Starke Sonne drängt den Staub am Aralsee zurück: Feuchtere Zeiten während Wärmeperioden

Ein internationales Forscherteam um Xiangtong Huang hat sich nun die Klimageschichte des Aralsees näher angeschaut. Zur Gruppe gehören auch Wissenschaftler des Geoforschungszentrums GFZ in Potsdam sowie von der Universität Leipzig. Aus dem Seeboden des Aralsees gewannen die Forscher einen 11m langen Sedimentkern, der die vergangenen 2000 Jahre abdeckt. Mithilfe von Korngrößenuntersuchungen konnten sie Veränderungen der Staubmengen rekonstruieren, was wiederum Rückschlüsse auf Wind- und Trockenheitsphasen zulässt.

Die Studie ergab, dass sich trockene, staubige Phasen mit feuchteren, weniger staubigen Phasen im Laufe der letzten zwei Jahrtausende stets abwechselten (siehe Abbildung unten). Dabei war die Staub-Entwicklung eng an die Temperaturentwicklung gekoppelt, welche wiederum weitgehend synchron zur Sonnenaktivität verlief. Staubige, trockene Phasen ereigneten sich am Aralsee besonders während der solararmen Kältephasen. Insbesondere während der Kleinen Eiszeit entstanden mächtige Staubablagerungen, aber auch in etwas geringerem Maße während der Kälteperiode der Völkerwanderungszeit. Die solaraktiveren Wärmeperioden hingegen waren am Aralsee feuchter und weniger staubig ausgebildet. Vor allem während der Römischen Wärmeperiode und der Modernen Wärmeperiode ab den 1940er Jahren gab es nur wenige Staubablagerungen. Auch während der Mittelalterlichen Wärmeperiode nahm die Staubigkeit ab, wenn auch nicht so stark wie in den beiden anderen Wärmeperioden. 

Die Studie zeigt zweierlei Dinge: Zum einen passt die Klimaentwicklung der letzten Jahrzehnte am Aralsee sehr gut in das natürliche Muster der vergangenen 2000 Jahre. Die industrielle Phase seit 1850 stellt keineswegs eine noch nie dagewesene klimatische Sondersituation dar, wie einige IPCC-Wissenschaftler gebetsmühlenartig der Presse gegenüber wiederholen. Zum anderen zeigt die Studie, dass das Klimageschehen am Aralsee der solargetriebenen Millenniumszyklik gehorcht. Offensichtlich sind auch die Schwankungen der Staubablagerungen am Aralsee eng an die Entwicklung der Sonnenaktivität gekoppelt. Keines der IPCC-Klimamodelle kann diesen Zusammenhang reproduzieren – dies scheint jedoch den Weltklimarat nicht davon abzuhalten, die Modelle trotzdem weiterzuverwenden. Wann ist mit ersten Konsequenzen zu rechnen?

Abbildung: Oben: Temperaturentwicklung der außertropischen Nordhalbkugel für die vergangenen 2000 Jahre (ergänzt nach Ljungqvist 2010). Unten: Veränderungen der Staubablagerung am Aralsee in der gleichen Zeitspanne (aus Huang et al. 2011). Staub, Temperatur und Sonnenaktivität sind eng aneinander gekoppelt.

 

Leider haben in der Vergangenheit immer wieder prominente Wissenschaftler und Politiker (z.B. Renate Künast) versucht, den heute austrocknenden Aral-See mit der Klimaerwärmung seit 1850 zu erklären. Schuld an der Misere ist jedoch die ungehemmte Wasserentnahme zu Bewässerungszwecken. Sehen Sie hierzu die aufschlussreiche TV-Analyse von Rainer Hoffmann:

 

Siehe auch Berichte des NIPCC und von co2science.org
Foto oben rechts: Wikipedia. Urheber: NASA / Lizenz: gemeinfrei.